Bgdr. Ambros Eigentler MSD, Präsident der OGTDie OGT blickt als eine der ersten Offiziersgesellschaften Österreichs auf über 50 Jahre ihres Bestehens zurück . 1959 wurde die OGT auf Betreiben des Kommandanten der 6.Geb.Brigade,ObstdG Friedrich BRUNNER gegründet und es entstand eine der Keimzellen des späteren Dachverbandes ÖOG .Als erster Präsident wurde Gend GebTrp a.D.Valentin Feurstein gewonnen.

Die Beweggründe der Gründung,soweit sie heute noch nachvollziehbar sind,können nur stichwortartig skizziert werden:Schwache Motivation der Politiker für ein starkes Heer,Denkweise von Teilen der Gesellschaft,Neutralitätspolitik ersetzt Landesverteidigung,Reminiszenzen der SPÖ an das BH der 1.Republik im Jahr 1934.Die nachbarliche Schweizer Offiziersgesellschaft mit ihrem Netzwerk von Armee-Politik-Wirtschaft – Verwaltung spielte eine Vorbildrolle und wurde zum Muster für die Gründung.

 

Zielsetzung der OGT war deshalb von Beginn an,für die Belange der LV in der Bevölkerung positive Stimmung zu machen.In Verwirklichung dieses Vorhaben war die feste Verankerung des Offizierscorps in die Gesellschaft notwendig.Gen a.D.Valentin Feurstein (1959 – 1969),Mjr dRes Karl Hamerl (1970-1977),Obst i.R.Karl Ruef (1978 – 1980),Olt dResDipl.Vw.Dr.Josef Kantner (1981 – 1983),Mjr Walter Pichler (1984 – 1989), Obst i.R.Hans Winkler(1989 – 1998), Obstlt Hans-Georg Wimmer (1999 – 2003),MjrdG Jürgen Ortner (2004 – 2005) bis Bgdr i.R.Ambros Eigentler(seit 2005) haben als Präsidenten der OGT,stellvertretend für alle anderen, gemeinsam mit vielen O des Aktiv –Miliz –und Reservestandes über die Jahrzehnte diesen Beitrag zur „Integration des Bundesheeres in die Gesellschaft“ geleistet.Sie gaben der OGT ein Gesicht durch ihre Teilnahme an unzähligen Veranstaltungen von Bund,Land,Gemeinden und Vereinen.

 

50 Jahre nach der Gründung ist die OGT Mitglied des Traditionsforums des Landes Tirol und erwarb sich Respekt und Vertrauen und wird als gleichberechtigter Partner anerkannt.

Aus zahlenmäßig bescheidenen Anfängen,doch mit hochkarätigen Mitgliedern,BrigKdt,BaonsKdt,GeneralstabsOffz, besetzt, – in einer Phase des Stillstandes befahl der damalige ChdStb der 6.GebBrig MjrdG Norbert Stampfer den jungen O die Mitgliedschaft – entwickelte sich die OGT zu einem Verein mit über 600 Mitgliedern.

Kennzeichen für die OGT war über die fünf Jahrzehnte hinweg ihre Unabhängigkeit.In keiner Phase ihrer Geschichte hat sie sich politischen, behördlichen oder ministeriellen Einflussnahmen unterworfen und sich so in Fragen der LV ihre Meinung frei gehalten.Die Öffentlichkeit hat das Recht und den Anspruch,gerade in kritischen Situationen,zu erfahren,wie die Dinge wirklich stehen.Manipulierte und geschönte Informationen untergraben das Vertrauen in die Objektivität. Die beherrschenden Diskussionen der letzten Zeit über den alarmierenden Zustand des BH und über die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht sind klassische Beispiele von der Notwendigkeit der OG.

Seit der Geburtsstunde hat die OGT auf die Unterstützung des BH in Tirol bauen können.Gemeinsame Veranstaltungen,Truppenbesuche,zur verfügunggestellte Infrastruktur und Personal markieren eine Kontinuitäts-

Linie in der Geschichte der OGT von ihren Anfang bis zum heutigen Tag.

Schon die Gründer traten für eine sinnvolle Weiterbildung und Erweiterung des geistigen Horizontes abseits militärischer Themen ein.Die finanzielle Säule,getragen vom Partner MOSER HOLDING A.G. und dem Sponsoring der TIROLER WASSERKRAFT A.G.,garantiert die Durchführung der in den letzten 10 Jahren an Anzahl und Umfang stetig zugenommenen Aktivitäten.

Seit der Gründerzeit bildet die Pflege der Kameradschaft in der OGT einen zentralen Schwerpunkt.Der Club für Information und Geselligkeit bietet den Offizieren im Ruhestand einen Kreis,um der Entfremdung im Alter entgegenzuwirken.

Zum Selbstverständnis der OGT gehörte von Beginn an das Bekenntnis zur Tradition und das Einstehen für die Grundwerte unserer Gesellschaft,

Die Phase des Rücklaufs,die derzeit nicht nur die OGT erfasst,ist nicht nur zahlenmäßig durch den Rückgang an ausgemusterten MilizO bedingt;es liegt auch am Zeitgeist unserer Epoche.Neben Egoismus und Gier nach Geld hat Solidarität keinen Platz.Die OGT stemmt sich als Wertegemeinschaft diesem Abbau von Standesbewusstsein und Standesethos entgegen.

Die Verwirklichung der in den Statuten verankerten Ziele ist nur mit Unterstützung möglichst vieler engagierter Offiziere und Perönlichkeiten,denen die LV ein echtes Anliegen ist,erreichbar.Allen O muß die Notwendigkeit ihrer Pflicht zur Verantwortung an der Entwicklung der LV mitzuwirken,bewusst gemacht werden.Die Frage der Sicherheitspolitik darf nicht reduziert bleiben auf die Regierung,aber auch nicht auf das Ministerium allein.Die OG hat die moralische Verpflichtung negative und nachteilige sicherheitspolitische Entwicklungen aufzuzeigen,um Korrekturen der beabsichtigten Maßnahmen in die richtige Richtung zu erwirken.

Das Programm der OGT,das über die Gegenwart in die Zukunft reicht ist aber gleichzeitig ein Aufruf an diejenigen,die nicht tatenlos eine negative Entwicklung der LV geschehen lassen wollen und die bereit sind,zur Stärkung und Mitgestaltung sicherheitspolitischer Aspekte engagiert mitzuwirken.

In den vergangenen Jahren haben sich die Herausforderungen an das BH in erheblichem Maße verändert.Das BH richtet seine Fähigkeiten an den in Zukunft wahrscheinlichsten Einsätzen im Rahmen der internationalen Friedenssicherung aus.Diese Transformation führt zu eine Neuordnung der Organisation und verlangt neue Schwerpunkte in der Bewaffnung,Ausrüstung sowie in der Ausbildung.Die weitere Entwicklung der stark reduzierten MILIZ ,derzeit de facto zum Sterben verurteilt,ist ungeklärt.

Die OGT wird jedoch weiterhin auf dem starken Fundament stehen,das in der Gründungsstunde gelegt wurde.Unverändert bleibt sie ihrer Zielsetzung verpflichtet,für ein „sicheres Österreich“ einzutreten.

 

Der Präsident der OGT

Bgdr i.R.Ambros Eigentler,MSD