Der "UNESCO Chair for Peace Studies" der Uni Innsbruck feiert dieses Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Das Österreichische Bundesheer ist seit sieben Jahren Partner dieses universitären Masterstudienlehrganges. "Die aus aller Welt kommenden Studierenden beweisen, dass sie nachhaltig für den Frieden eintreten - auch mit Anerkennung der Leistungen von militärischen Friedenstruppen und persönlichen Unbilden. Friedensarbeit ist mehr, als nur darüber zu sprechen", so der Tiroler Militärkommandant Generalmajor Herbert Bauer.


Die UNESCO erkennt seit 1992 Lehrstühle an Universitäten, beziehungsweise Hochschulen an. Dadurch sollen die Ziele der UNESCO gefördert und bekannt gemacht werden. Einer davon ist der Lehrstuhl für Friedensstudien ("UNESCO Chair for Peace Studies") unter Leitung von Professor DDr. Wolfgang Dietrich an der Universität Innsbruck.
Dietrich erklärt die Zusammenarbeit mit dem Bundesheer so: "Viele Studierende kommen mit einer kindlichen Vorstellung von Frieden und werden zunächst durch unsere Lehre desillusioniert. Frieden ist nicht Abwesenheit von Konflikt, Frieden ist ein Prozess, der durch Konflikttransformation neu entwickelt wird."
In intensiver Kooperation mit dem Militärkommando Tirol und der 6. Jägerbrigade hat der Universitätslehrgang das Projekt "Native Challenge" ins Leben gerufen. Jedes Semester nehmen die Studenten des 1. bis 3. Semesters an der praktischen Übung teil, bei der ein konkretes Konfliktszenario simuliert wird.
Die gemeinsame Übung findet heuer bereits zum 13. Mal statt. Die Friedensstudenten figurieren dabei in der Rolle von UN-Delegierten, die bei verschiedensten Übungsszenarien erfahren sollen, welche Überraschungen, Konflikte und Gefahren sie bei einer echten Mission erwarten können.
"Die einzelnen Teams werden von Offizieren und Unteroffizieren gecoacht, die alle auf Auslandserfahrungen zurückgreifen können. Ausbildungsleiter Oberstleutnant Bernd Rott von der Heerestruppenschule/Alpinkampfzentrum entwickelt die Szenarien, die von Erfahrungen aus Auslandseinsätzen abgeleitet werden", so der Übungsleiter Generalmajor Bauer über die kompetente Durchführung. Vor einem Jahr ist Rott aus Bosnien-Herzegowina zurückgekehrt, wo er als erster Österreicher das Kommando über ein EUFOR-Bataillon innehatte. Zuvor war er auch schon auf diversen anderen Auslandsmissionen.
In der Woche von 23. bis 28. Juli 2012 nahmen Studenten aus Österreich, Kanada, Norwegen, USA, Tansania, Kenia, Uganda, Deutschland, Dänemark und Brasilien an den Übungsstätten Schwaz, Hall in Tirol und am Truppenübungsplatz Lizum/Walchen an der 13. "Native Challenge" teil. Auch israelische und palästinensische Studenten arbeiten konstruktiv und freundschaftlich zusammen.
Am 6. Juli 2012 fand in der Aula der Leopold Franzens Universität Innsbruck ein Festakt anlässlich des zehn jährigen Jubiläums statt. Festredner waren unter anderem Botschafterin i.R. Dr. Eva Nowotny, Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission und der Kommandant der Streitkräfte, Generalleutnant Mag. Günter Höfler.