Die Gebirgsjägerbrigade 23 der Deutschen Bundeswehr, ein Partnerverband der 6. Jägerbrigade des Bundesheeres, hat von 16. bis 26. Juli am Truppenübungsplatz Lizum/Walchen mit über 1.500 Mann die Brigadegefechtsübung "Edelweiß 2012" abgehalten.
Übungszweck war die "Gefechtsausbildung im schwierigen und schwierigsten Gebirgsgelände und damit verbunden das Vertiefen des Fähigkeitsprofils der Gebirgstruppe", so der Kommandeur der deutschen Gebirgsjägerbrigade 23, Brigadegeneral Michael Matz.

Mit der Übung sollten unter anderem die Voraussetzungen für die 2013 heranstehenden Auslandseinsätze seiner Soldaten geschaffen werden.
Schon im Vorfeld gab es eine intensive Kommunikation mit dem territorial zuständigen Militärkommando Tirol, dass auch das vorgesetzte Kommando des Truppenübungsplatzes ist. Insbesondere für den Aufmarsch der weit über 300 Fahrzeuge aus Süddeutschland nach Walchen wurde eine genaue Verkehrsplanung erstellt, die die verschärften Verkehrsverhältnisse im Sommer auf der Autobahn sowie die Baustellen an der Autobahnausfahrt Wattens und im Bereich der Wattenbergtalstrasse berücksichtigten. In einer gemeinsamen Verkehrsleitzentrale mit deutschem Verbindungskommando, Militärstreife und zuständiger Verkehrspolizei im Militärkommando Tirol wurden sowohl der Aufmarsch als auch der Rückmarsch fiktionslos bewältigt.
Für die Übung selbst wurde mit dem Gebirgsjägerbataillon 231 aus Bad Reichenhall als Kern eine verstärkte Kampfgruppe formiert, welche gegen einen teilweise militärisch organisierten Gegner und sogenannte "asymmetrisch kämpfende Kräfte" eingesetzt wurde.
Nach den ersten drei Übungstagen in denen die Aufklärung und Übernahme der Kontrolle in einem zugewiesenen Verantwortungsbereich erfolgte, wurde die letzte Phase und damit der Höhepunkt der Übung an den letzten beiden Tagen mit einem zweitägigen Gefechtsschießen abgeschlossen.
Die Kampfgruppe wurde unter anderem mit einem Kaderpräsenz-Hochgebirgsjägerzug des Jägerbataillons 23 aus Landeck, einer Tragtiergruppe des Tragtierzentrums in Hochfilzen sowie einem französischen Gebirgsjägerzug verstärkt.
Als wertvolle Ausbildungsergänzung erwies sich die österreichische Luftunterstützung, die für das Training zwei OH-58 "Kiowa" Hubschrauber, zwei PC-7 "Pilatus" Flugzeuge sowie einen S-70 "Black Hawk" Transporthubschrauber und eine "Alouette" III als Verbindungshubschrauber zur Verfügung stellte und damit eine Verstärkung der deutschen Hubschrauber CH-53, UH-1D und BO 105 darstellte.
Ein zur Aufklärung und Überwachung eingesetzter Learjet der deutschen Bundeswehr trug ebenso zum aktuellen Lagebild bei, wie die Aufklärungsdrohne "EMT Aladin" und ein Gefechtsfeldradarsystem.
Entsprechend ausgebildetes Gebirgspersonal - des Bundesheeres und der Bundeswehr - sorgte für die Sicherheit der Soldaten im Gebirge, beriet die Kommandanten und behielt die Wetterlage ständig im Auge. Zusätzlich sorgten Spezialfahrzeuge wie "Hägglunds BV-206" und die Tragtiere beider Heere für die nötige Unterstützung der Soldaten.
Das Wetter bot während des Trainings alles, was das Gebirge einer Truppe abverlangen kann: Von Sonnenschein über strömenden Regen, Schneefall, Hagel und heftige Gewitter war alles gegeben, womit Gebirgssoldaten zurechtkommen müssen - und wofür sie ausgebildet sind.
Die Harmonisierung der militärischen Interessen mit den Bedürfnissen von Forst- und Landwirtschaft, Jagd und Tourismus wurde durch den Truppenübungsplatz bestens wahrgenommen.