Eigentler, Kohler, WörristerMit der Begrüßung von GenMjr Mag. Herbert Bauer, MilKdt von Tirol, Dir. OSR Erich R. Wörrister, Präsident der Gesellschaft für Landesverteidigung und Sicherheitspolitik Tirol sowie HR Dr. Edelbert Kohler, Leiter der Sicherheits- und kriminalpolizeilichen Abteilung bei der Sicherheitsdirektion Tirol, eröffnete Brig. Ambros Eigentler, der Präsident der Offiziersgesellschaft Tirol, eine Veranstaltung zu einem nach wie vor brennenden wie auch in der Bevölkerung oft missverstandenen Thema: das Schengen – Abkommen.
Vortrag45 Zuhörer lauschten zuerst den Ausführungen von Dir. Wörrister, der die Sicherheit als ein elementares Bedürfnis der Bevölkerung beschrieb und dann einen kurzen geschichtlichen Abriss gab über die Idee hinter und die Entstehung dieses Abkommens, das von fünf europäischen Staaten gegründet wurde. 1985 konkretisiert, trat das Abkommen 1990 in Kraft, da man erkannte, dass die bisherigen Grenzen „mehr den Täter als das Opfer schützten“. In den nächsten Jahren folgten mehrere textliche Erweiterungen und teilnehmende Staaten; Österreich unterschrieb am 28. 4. 1995 das Abkommen, das 1997 in Kraft trat.
KohlerDr. Kohler erläuterte dann den aktuellen Stand der Entwicklungen zum Thema. Ab April 2008 werden auch an den Flughäfen in der EU keine Passkontrollen mehr durchgeführt, ebenso sind die Grenzübergänge zur Schweiz aufgeweicht, das heißt, manche Grenzübergänge sind nur mehr stundenweise oder tagsüber besetzt. Die Schweiz erwägt für 2009 einen Beitritt zum Schengenabkommen.
Dr. Kohler beschrieb die aktuelle Kriminalstatistik, die von 1991 bis 2007 eine deutliche Steigerung anzeigt, gleichzeitig sind aber auch eine Reihe von neuen Delikten dazugekommen, wie z. B. Handydiebstahl.
Tirol pflegt sehr gute, grenzüberschreitende Kontakte zu Polizeidienststellen in Bayern und Südtirol/Italien, was die Arbeit in vielen Bereichen erleichtert und beschleunigt. Zum Beispiel werden Zugskontrollen schon häufig in gemischter Form durchgeführt. Weiters stellte Dr. Kohler das SIS vor, das Schengeninformationssystem, eine Datenbank, auf die jeder Polizist sofort zugreifen und Anfragen zu Personendaten tätigen kann. Dieses System soll bald in SIS II übergehen, was eine Erweiterung und Vereinfachung in der Bedienung darstellt.
Diese und eine Reihe weiterer umfangreicher Maßnahmen werden zur Herstellung der öffentlichen Sicherheit in Österreich und Tirol durch die Sicherheitsdienststellen durchgeführt.

Gäste bei den CollagenIm GesprächIm Anschluss an den Vortrag eröffnete Dir. Wörrister die Wanderausstellung „Europa und Schengen – der Schengen Prozess“, um einerseits mehr Informationen an die Bevölkerung zu bringen und andererseits diese Informationen leichter verständlich zu machen.
Die Zuhörer dankten beiden Vortragenden mit kräftigem Applaus.





Der Abend klang mit einem gemütlichen Umtrunk aus, zu dem die OGT einlud.

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